Schottisches Shortbread
Rezept und heidnische Ursprünge des Teegebäcks aus Schottland
06.02.2008
Shermin Arif
Nein, das Land der Schafe, Disteln und Tartanmuster hat nicht nur kulinarische Grenzwertigkeiten wie Haggis oder frittierte Marsriegel zu bieten, sondern auch tatsächlich köstliches Naschwerk.
In Schottland und im Vereinigten Königreich ist es eine der beliebtesten Gebäckarten zur „Tea Time“: das Shortbread. Die schottische Marke „Walkers“ verkauft schon seit 1898 von den Highlands aus auf der ganzen Welt ihre köstlichen Shortbread-Kreationen.
Dieses leckere – und weltbekannte – Mürbegebäck besteht hauptsächlich aus den Grundzutaten Butter, Zucker und Mehl. Dinge die sich eigentlich in jedem Haushalt finden lassen. Der Teig selbst ist vergleichbar mit einem veredelten und leicht salzigem Streuselteig – was auch das besondere Aroma ausmacht. Für besonders liebe Gäste, aber auch falls sich überfallartig netter Besuch ankündigen sollte, ist dies das perfekte Rezept. Die Teegäste werden begeistert sein und man kann sich rühmen ein edles, englisches Gebäck kredenzt zu haben.
Heidnische Wurzeln & Geschichte des schottischen Gebäcks
Ursprünglich wurde dieses – mittelalterliche Rezepte sind aus der Periode der Tudors überliefert – Gebäck aus Hafermehl hergestellt, manchmal verfeinert mit gezuckerten Mandeln. Heutzutage wird Weizenmehl genutzt, in manchen Rezepten wird etwas Reismehl hinzugegeben um den Teig besonders zu lockern.
Traditionell wird Shortbread zwar ganzjährig verzehrt, aber schon immer besonders zu Weihnachten und Neujahr. Es ist überliefert, dass das süße “Brot” ursprünglich in runden Formen gebacken und nachher in lange dreieckige Stücke geschnitten wurde, die Sonnenstrahlen symbolisieren sollten. Es ist wahrscheinlich, dass dies seine Wurzeln im alten heidnischen Brauchtum hat. Zu Yul, bzw. Mittwinter, wurde – schon in vorchristlicher Zeit – die Geburt des Sonnenkönigs im Moment der tiefsten winterlichen Dunkelheit gefeiert (Wintersonnenwende: die längste und dunkelste Nacht im Jahr). Ein Born der lichtbringenden Hoffnung im lebensfeindlichsten Monat des Jahres. Für diese Theorie spricht auch die Wahl der Zutaten: alle Inhaltsstoffe sind Dauerlebensmittel, die man, bei guter Lagerhaltung, selbst im tiefsten Mittelalter auch im Winter noch zur Verfügung hatte.
Auch heute: ein schnelles und beliebtes Teegebäck
Diese Nobelvariante der Butterkekse ist nicht nur für Schottland-Fans ein absolutes Muss und passt zu jeder Teeparty und Kaffeetafel. Die gängigen Darreichungsformen für dieses traditionelle Gebäck ist entweder in der länglichen Form von „Fingers“ oder in der – schon genannten – Form von Tortenstückchen, wenn man den Teig in einer Springform ausbäckt. In einer fest verschlossenen Dose gelagert hält sich das Buttergebäck auch problemlos mehrere Wochen ohne seinen Geschmack einzubüßen.
Rezept für schottisches Shortbread
Zutaten:
125 g weiche Butter
40 g Zucker
25 g Puderzucker
225 g Mehl
1 Prise Salz (oder gesalzene statt normaler Butter verwenden)
einige Spritzer Orangenöl (Aromaöl, in großen Supermarktketten erhältlich) oder Orangenzesten
1-2 Päckchen Vanillezucker
Zubereitung des Shortbread:
Eine Springform (bei den „Fingers“ eignet sich auch eine kleine, rechteckige Auflaufform wunderbar) leicht mit Butter fetten. in einer Schüssel Butter, Zucker und Puderzucker schaumig rühren.
Mehl, Salz und Orangenöl dazu geben und mit den Knethaken einarbeiten. Wer die Fertigkeit besitzt sollte den Teig jetzt – auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche – ausrollen (evtl. mit Kühlung dazwischen, es ist ja ein bröselgefährdeter Mürbeteig) und dann vorsichtig in die Form heben.
Wer die einfachere (aber genauso praktikable) Variante vorzieht, gibt den Teig in die ausgefettete Form und rollt ihn (mit einem kleinen Handroller oder mit einem zylindrischen Gegenstand wie z.B. einem stabilen Glas) vorsichtig IN der Form aus. Der Teig muss ca. 1- 1,5 cm dick sein.
Jetzt mit Gabelzinken ein Streifenmuster in den Rand eindrücken, danach noch mehrfach mit der Gabel in den Teig einstechen, das ergibt das typische Shortbread-Muster.
Ab in den Backofen bei vorgeheizten 160° und Umluft ca. 15-20 Minuten goldgelb bis hellbraun backen.
Das fantastisch duftende Gebäck noch heiß in der Form in "Fingers" (1,5 * 5 cm lange Stücke) oder “Sonnenstrahlen” schneiden und sofort mit dem Vanillezucker bestreuen.
Vorsicht: beim gierigen (und unvermeidlichen) Naschen nicht den Mund verbrennen!
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